Bilder von früher

1000jährige Eiche1000-jährige Eiche: Ein lohnenswertes Ausflugsziel – nicht nur für Schüler – war und ist die 1000-jährige Eiche am nördlichen Dorfrand von Buch.

 

Backes

Backes: Das Gemeinde-Backhaus, ’Backes’ genannt, war bis nach 1960 ein überaus häufig frequentiertes Gebäude, denn Brot oder der sonntägliche Kuchen benötigte wohl die gesamte bäuerliche Landbevölkerung. Man sorgte für die ’Backwälle’ (Reisigholz), und alle anderen Rohprodukte waren vorhanden. Das bisschen Arbeit, das dafür nötig war spielte hier aber auch bei allen anderen Tätigkeiten keine Rolle. Was eine äußerst wichtige Rolle spielte, waren die Kosten in Form von ’Bargeld’, denn Bargeld war Mangelware.

Bauernhaus

Bauernhaus: Idylle eines bäuerlichen Anwesens um 1950

 

 

Biddestigg

Biddsestigg: Ein sehr begehrtes Grundstück war für viele Bauern das ’Biddsestigg’. Diese kleinen Wiesen in Dorf-nähe, oft mit Obstbäumen bepflanzt, wurden besonders gut gedüngt, sei es mit Bachwasser ’gewässerd’ oder ’gepuuld’. Im zeitigen Frühjahr waren sie mit dem ’Pluuchskarre’ schnell erreichbar und lieferten für die Tiere im Stall das begehrte ’Grien-Fuhere’.

Eggen

Eggen: Nach dem Pflügen mussten die Ackerschollen durch walzen und eggen zerkleinert werden. Wenn dies mit zwei schwachen Kuhgespannen geschah, so war das – je nach Bodengare –  eine langwierige Prozedur.

Fahrgastschiff

Fahrgastschiff: In Bacharach und Oberwesel war ein Anleger für Fahrgastschiffe. Mit ’Schaufel-Rad-Dampfern’ konnte man rheinauf bis Rüdesheim und rheinab bis nach St. Goar, am sagenumwobenen Felsen der Lorelei vorbei, eine Rhein-Tour unternehmen.

Flurbereinigung

Flurbereinigung: Mit Flurbereinigungen wurde nach dem I. Weltkrieg begonnen und verstärkt nach dem II. Weltkrieg fortgesetzt. Die feuchten und nicht befahrbaren Wiesen wurden durch Drainagegräben trocken gelegt. Zu jedem Grundstück führte ein Weg. War die Durchschnitts-größe pro Parzelle vorher etwa 10 Ar, so waren es nach der Flurbereinigung weit mehr als 1 Hektar pro Parzelle.

Frauen

Frauen: Was wäre unser Leben ohne Frauen? Ob im Haus, im Hof oder – wie auf diesem Bild ersichtlich – bei Kulturarbeiten im Wald. Frauen sind eben nur durch  Frauen zu ersetzen!

Gääße

Gääße-Foorweerig: Es ist doch eine Überraschung, dass es einmal ein richtiges ’Gääße-Foorweerig’ gegeben hat. Dass es Metzger in Simmern – sicher auch woanders – gab, die mit einem Transportfahrzeug’, das von einem oder von zwei starken Hunden gezogen wurde, zu den umliegenden Ortschaften fuhren, um dort Schweine bzw. Kälber zu kaufen und diese evtl. gleich im ’Hunnskarre’ mit nach Simmern zu nehmen, was mehrfach überliefert ist. Auf diesem Bild (± 1896 aufgenommen) ist es eben eine Ziege, die von den 5 Kindern an die ’Däisdel aangespannd woor is’. Die gesamte Zugvorrichtung (en Miniatur) scheint, zur Freude der Kinder, auch wirklich funktioniert zu haben.

Getreideernte

Getreideernte (1): Im Jahre 1904 wurde das Mähen des Getreides noch überwiegend mit dem ’Räff’ praktiziert. Dem Mäher folgten die Garbenbinder, die das ’bäigemähde’ Getreide – auf diesem Bild ist es Roggen – mit einer ’Sischel’ aufnahmen und in ’Strohsääl’ zu Garben einbanden.

Getreideernte2

Getreideernte (2):  Auf diesem Bild, entstanden etwa im Jahre 1937, ist die Getreideernte in vollem Gange. Jede Person in der Familie ist unaufgefordert bereit sich mit ihrer ganzen Kraft einzubringen. Der Sohn leitet die vor die Mähmaschine gespannten Ochsen, und der Vater sitzt auf dem Rechten Sitz der Mähmaschine und ’kleckt’ ab. Der Fotograf schaut dem ganzen Prozedere nur interessiert zu, doch ohne ihn gäbe es dieses schöne Erinnerungsfoto nicht!

Getreideernte3

Getreideernte (3): Ein hochbeladener, von einem Ochsengespann Gezogener ’Eerewaan’ ± 1934. Der ’Wiesbaam’ liegt bereits über der obersten ’Mittel-Lohe’, ein ’Winnesääl’, dass um die ’Winn’ festgezurrt und mit zwei ’Winnläffel’ stramm gezogen ist, gibt der Ladung auf dem Weg zur Scheune den nötigen Halt. War der Heimweg lang und uneben, musste ’noogewinnd weere’. In Hanglagen musste ’gestäibd’ weere’. Dies geschah mit langen Gabeln (s. linke Bildseite), die gegen die Ladung gedrückt wurden, um den Wagen auf diese Weise vor dem Umfallen zu bewahren. Doch so manches Mal gelang es nicht, und man hörte, dass der –sowieso- einen ’Eerewaan umgeschmiß hädd’, was nicht als eine Ruhmestat angesehen wurde.

Getreideernte4

Getreideernte (4): Der Kriegseinsatz fast aller ’wehrfähigen’ aber auch arbeitsfähigen Männer, machte es erforderlich, dass junge Mädchen und Frauen und ältere Männer die schweren Arbeiten in der Landwirtschaft verrichten mussten.

Handwäänsche

Handwäänsche: Das ’Handwäänsche’ diente manchmal auch zum Personentransport. Auf dem Bild oben war es mit 7 Personen sicher überbesetzt.

 

 

 

Handwerk

Handwerk: Handwerk hat Goldenen Boden, doch oft waren und sind schwere Zeiten zu überwinden.

 

 

 

Hauderer

Hauderer: In den Orten, am Rande des Soonwaldes waren und sind Menschen, Tiere und Maschinen damit beschäftigt das geschlagene Holz zu den befahrbaren Wegen umzulagern. Diese Berufstätigkeit wird mit dem Begriff der Hauderer bezeichnet. Um den Menschen die Arbeit etwas zu erleichtern, hat man Pferde eingesetzt und später Transportfahrzeuge konstruiert, die diese Arbeit schneller und mit weniger Muskelkraft durchführen. Doch wer bei dieser schweren Arbeit Pferde im Einsatz erlebt hat, wie auf diesem Bild gut zu erkennen, der konnte nicht begreifen, wie intelligent diese Tiere sich bei dieser Arbeit verhalten. Ein kurzer Befehl: ’Max, noch in Meter!’ oder: ’Jens, gugg, daß-de an de Dann vorbäikimmst!’ und es war unbegreiflich, diese Tiere begriffen die Befehle und führten sie aus. Nur derjenige wird verstehen, wie schwer ein Abschied ist, wenn nach 10 oder 15 Jahren gemeinsamen Wirkens, eine solche Beziehung endet.

Heuwagen

Heuwagen: ’Haumacherschzäid’ bedeutete, dass man das ’scheen Weere’ für eine zügige Heuernte nützen musste. Ein 12-jähriger Junge fühlte sich (ca. 1937) wie ein richtiger Bauer, wenn er mit dem hochbeladenen, von Ochsen gezogenen ’Hauwaan’ durch seinen Heimatort zur elterlichen Scheune fahren durfte.

Holzhauer

Holzhauer: Der Beruf des Holzhauers ist schwer, aber sehr naturverbunden.

 

Holzhauer2

Holzhauer (2): Bevor der Werkstoff Holz seiner Nutzung zugeführt wird, ’wärmt’ er mehrmals. Man muss das Holz im Wald absägen, nach Hause bringen, dort zersägen, unter Dach bringen und erst dann wird das Holz seiner endgültigen Nutzung zugeführt.

Hunsrückdom

Hunsrückdom: Das über 1000 Jahre alte ’Rääwerschbojer Kloster’, auch  ’Hunsrückdom’ genannt, war, ist und bleibt  für alle Hunsrücker ein interessantes Ausflugsziel. Viele Bürger der umliegenden Orte mussten dort Jahrhunderte als Leibeigene festgesetzte Abgaben und Frondienste leisten.

 

 

Kleidung

Kleidung: In ’Einheitskleidung’ und mit einem sorgenvollen Blick in die Zukunft, präsentieren sich diese drei jungen Männer im Jahre 1941. Was werden sie in den kommenden Monaten erleben? Vor allem, werden sie überleben? Retrospektiv betrachtet ja! Und ’Gott sei Dank!’

Kleidung2

Kleidung (2): Auf dem etwa 1908 entstandenen Foto präsentieren sich dem Fotografen zehn junge Männer in der damals wohl üblichen, doch sehr unterschiedlichen, sonntäglichen (?) Kleidung.

 

Lääderewaan

Lääderewaan: Der althergebrachte ’Lääderewaan’ wurde nach und nach vom damals noch eisenbereiften ’Pladdwaan’ mit aufgerichtetem ’Gallje’ verdrängt.

 

Lääderewaan2

Lääderewaan (2): Doch es sollten keine 20 Jahre vergehen, bis Traktoren mit gummibereiften Anhängern im Einsatz waren, doch auch diese sind zwischenzeitlich ’Schnee’ von gestern.

Meilenstein

Meilenstein: Mäilestään waren in den ergangenen Jahrhunderten steinerne Orientierungen an besonders markanten Punkten von Straßen und Straßenkreuzungen.

 

Pflügen

Pflügen: Jahrein, jahraus, ob Frühling, Sommer, Herbst und Winter, der Bauer war in Haus und Hof, in Wiesen, Wald und Feld zu Gange. Die Äcker mussten im Herbst und auch z.T. im Frühjahr umgepflügt werden, und dies mit einem von Ochsen oder Kühen gezogenen einschaarigen Pflug mit ’Holz-Grinnel’ und sogar noch mit einer hölzernen ’Handhab’. Hatte man ein gutes ’Gespann’ (evtl. Pferde) und war der Boden nicht extrem hart, so konnte man auf diese Art an einem ’langen’ Morgen oder am Nachmittag ein ’Veerdel’ (1/10tel Hektar) umpflügen. War ein Gespann ’stumb’, so brachte ein Familienmitglied ein Ersatzgespann nach draußen, und mit neuer Kraft ging es weiter, während das müde Gespann sich bei gutem Futter zu Hause erholen konnte.

Possbus

Possbus: Selbstverständlich bestand in der arbeitsärmeren Zeit die Möglichkeit Ausflüge zu unternehmen, evtl. sogar mit dem ’Possbus’ von Simmern bis nach Oberwesel.

 

Rochusfeld

Rochusfeld: Ein Foto vom historischen Gelände des ’Rochusfeldes’ bei Sargenroth, wo seit über 500 Jahren der Nunkircher Markt stattfindet. Auf dem etwa 1910 entstandenen Foto ist die rund 1000 Jahre alte Nunkirche verewigt, die diese Herrschaften wohl besichtigen wollten oder schon besichtigt hatten.

Schaafe

Schaafe: War die Ernte unter Dach und Fach, dann wurden die letzten Ähren noch von Schafen aufgesammelt, die mit ihrem Hirten von Flur zu Flur und von Ort zu Ort umher zogen. Während der Nacht waren die Schafe im Schoofsperrisch und ihr Hirte ’logierte’ daneben im ’Heerdekarre’.

Spinngruppe

Spinngruppe: „Spinne unn doo-debäi noch maije.“

 

 

Totenwagen

Totenwagen: Die ’Letzte Fahrt’.

 

 

Traktor

Traktor: Wo die ’ Reise ’ mit der Landwirtschaft hingeht, wusste dieser Traktorfahrer (d.Verf. ± 1953) damals nicht. Das Zusammenwirken von Natur und Schöpfung, die abhängige Verbundenheit von Saat und Ernte, Wachsen und Gedeihen, hat ein Erbe hinterlassen: Das durchs Leben tragende Gefühl der Dankbarkeit!

Umzug

Umzug: Etwa 1935 fand in Simmern ein Umzug aller Berufsgruppen bzw. aller Handwerksberufen statt. Auf einem oder mehreren Wagen saßen Frauen, die in besonderer Weise das Leben und Wirken der Landbevölkerung demonstrierten. Ein seitlich ange-brachter Spruch sollte auch auf die Vorfahren hinweisen: ’Wer den Ahn nicht ehrt, ist die Zukunft nicht wert!’

Wäijerestouhere

Wäijerestouhere: An feuchten Stellen (Uferrand etc.), möglichst in der Nähe von Ortschaften, waren ’Wäijerestouhere’ angepflanzt, um das Rohmaterial für ’Manne’ und ’Keereb’ kostenlos zur Verfügung zu haben. War dies nicht der Fall, so konnte man auch diese Weidengeflechte und auch Besen kaufen oder sich anfertigen lassen. Manchmal dienten die abgeernteten Weidenstöcke auch als Spielort für die Dorfjugend.

Winter

Winter: Winterliche Dorfidylle; ’Biddse’ und ’Uhbst-Bääm’, mit weißer ’Watte’ eingepackt, trotzen Eis und Schnee, und trotzdem waren sie die Garanten für einen abwechslungs-reichen Speisezettel.